Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH hat dies direkt geteilt
Zeitgleich zum Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V. Zukunftsforum - aber kein Zufall - veröffentlichte der Verlag Der Tagesspiegel den Brief unseres Aufsichtsrats und der Geschäftsführung an den Regierenden Bürgermeister von Berlin. Der jetzt vorliegende Gesetzentwurf zur Beitragssatzstabilisierung wird ALLE Krankenhäuser, also auch Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH, sehr hart treffen. Es ist wichtig, über diesen Entwurf und seine Konsequenzen zu informieren. Wir verwehren uns aber ganz sicher nicht notwendigen Änderungen zur Stabilisierung der GKV. Aber nicht um den Preis, alle Krankenhäuser VOR einer dringenden Reform zu zerstören. Und das stand auch im DKG Zukunftsforum Krankenhaus in Berlin im Zentrum – und die Frage, die im Raum stand, könnte kaum konkreter sein: Wie krisenfest ist ein System, das gerade aktiv geschwächt wird? Mein Impulsvortrag hatte einen nüchternen Titel: „Was steht konkret auf dem Spiel?” Die Antwort ist es auch. Den Ton des Tages setzte bereits das Eröffnungs-Streitgespräch: Gerald Gaß, Simone Borchardt (CDU Deutschlands), Dr. Tanja Machalet (Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutscher Bundestag) und Oliver Blatt (GKV-Spitzenverband) diskutierten, wohin der eingeschlagene Sparweg eigentlich führt. Die Antworten und Ansichten fielen erwartungsgemäß unterschiedlich aus – aber dass die Frage selbst brennt, war Konsens. Berlin hat in den letzten Jahren gelernt, was eine Krise im Krankenhaus bedeutet: Stromausfall im Südosten der Stadt, Hackerangriffe, Explosionen vor zwei Kliniken gleichzeitig. Wir haben daraus Konsequenzen gezogen – und streben mehr Bevorratung an, arbeiten an redundanten Strukturen und an noch mehr Cybersicherheit sowie Sabotageschutz. Klug. Notwendig. Richtig. Und jetzt? Der Referentenentwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 16. April streicht all das wieder – nicht durch eine explizite Entscheidung dagegen, sondern durch schlichte Nicht-Refinanzierung. 69 Millionen Euro jährlich weniger für Vivantes ab 2027. Das Jahresergebnis fiele dann wieder auf minus 178 Millionen Euro. Unsere Sanierungsziele wären obsolet. Man muss kein Ökonom sein, um zu verstehen: Wer täglich ums Überleben kämpft, kann keine Krise absichern. Aus Erfahrung wird man klug? Scheinbar nicht. Und deshalb haben Aufsichtsrat und Geschäftsführung von Vivantes – über alle Lager hinweg – diese Woche sowohl den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner als auch Bundestagsabgeordnete angeschrieben. Nicht als politisches Signal. Sondern weil es schlicht unsere Pflicht ist, klar zu benennen, was auf dem Spiel steht. Krankenhäuser sind keine Sparmasse. Sie sind Infrastruktur – wie Strom, Wasser, Sicherheit. Das sollte auch dann gelten, wenn die Kassenlage angespannt ist. Aber so wie viele Trägern wollen und fordern wir Reformen. Und die Zeit, dass diese wirken können. #Krankenhaus #Krisenresilienz #Gesundheitspolitik #DKGZukunftsforum #GKV