Vielen Dank Claas Huettenrauch für die spannende Einordnung zur aktuellen Herausforderung der Fragmentierung im Schweizer Gesundheitswesen. Wie im Artikel super aufgezeigt, setzen Initiativen oft beim Aufbau zentraler Datenräume an. Unser Ansatz hingegen ist bewusst praxisnah und pragmatisch: Erfasste Daten bleiben im Primärsystem und können von Ärzt:innen situativ, sicher und kontrolliert anderen Leistungserbringern sowie Anwendungen zugänglich gemacht werden. Unsere Mission dabei ist klar: Wir bieten Ärzt:innen eine Lösung, die es ihnen ermöglicht, den Datenzugriff für die Anwendungen ihrer Wahl, auf einer sicheren und strukturierten Schnittstelle freizugeben. Denn erst wenn Interoperabilität im Alltag ohne zusätzlichen Mehraufwand funktioniert, wird die Digitalisierung im Schweizer Gesundheitswesen nachhaltig vorangetrieben. Danke für den wichtigen Impuls und die differenzierte Perspektive!
Heureka adressiert ein zentrales strukturelles Defizit der Schweizer Versorgungslandschaft: die Fragmentierung der PIS & die daraus resultierenden Datensilos In der Praxis existieren mehrere, meist nicht interoperable Systeme, deren Daten zwar vorliegen, aber kaum nutzbar sind. Im Unterschied zu EPD-/EGD- oder Plattformlösungen ist Heureka kein Datenspeicher, sondern eine Interoperabilitätsschicht. Die Architektur folgt einem föderierten Ansatz: Daten verbleiben im Primärsystem, werden strukturiert ausgelesen, verschlüsselt übertragen und situativ angezeigt („einsehen – schliessen“), ohne zentrale Speicherung. Damit ermöglicht Heureka Zugriff auf Live-Daten bei gleichzeitiger Wahrung der Datenhoheit. Zentral ist Kontrolle durch Ärztinnen und Ärzte: Zugriffe erfolgen ausschliesslich nach Freigabe, werden vollständig protokolliert (Audit-Trail) und sind rollenbasiert steuerbar. Durch direkte PIS-Anbindung entfällt die Doppelerfassung, was relevanten Effizienzgewinn darstellt. Darauf aufbauend ermöglicht SMC (Smart Managed Care) als Anwendungsschicht in der Basisversion: – Vernetzung innerhalb eines Versorgungsnetzes – Zugriff auf Kerndaten (v.a. Medikation, Diagnosen) – Stellvertretungsszenarien – Reduktion administrativer Reibungsverluste Perspektivisch sind Erweiterungen vorgesehen (Patienten-App, Spital-/Spitex-/Telemedizin-Integration, Forschung/Qualität). Strategisch positioniert sich Heureka als neutrale Infrastruktur „von Leistungserbringern für Leistungserbringer“ & grenzt sich bewusst von plattform- oder versicherungsgetriebenen Datenmodellen ab. Technisch spricht die breite Kompatibilität (~90 % PIS) & niedrige Einstiegshürde für Skalierbarkeit; finanziell erfolgt die Initialisierung über Qualitäts- bzw. Netzwerkmittel. Limitationen bleiben: Nutzen ist netzwerkabhängig, Datenqualität bleibt PIS-getrieben & klinischer Mehrwert ist initial begrenzt ohne weitergehende Strukturierung oder Entscheidungsunterstützung. Einordnung zur Medinside-These („Datenraum statt Klinik-Silo“): Die Vision eines patientenzentrierten nationalen Datenraums ist überzeugend, verkennt jedoch die operative Realität. Ein EPD-basierter Ansatz setzt auf strukturierte Dateneingabe & zentrale Verfügbarkeit – scheitert aber bislang an Nutzung, Datenvollständigkeit und Workflow-Integration. Heureka adressiert den vorgelagerten, praktisch relevanteren Layer: Interoperabilität im Versorgungskontext. Ohne funktionierenden Datenaustausch zwischen Leistungserbringern bleibt auch ein nationaler Datenraum inhaltsleer oder ineffizient. Gesundheitspolitisch ergibt sich: Erst funktionierende Interoperabilität im Alltag (Heureka), dann skalierbare patientenzentrierte Datenräume. Ein incentiviertes, e-Dossier kann sinnvoll sein – aber nur, wenn es auf funktionierend, breit genutzter Interoperabilitätsinfrastruktur aufsetzt. Andernfalls bleibt es strukturell unterfüllt, mit begrenztem Versorgungsnutzen. ___________ https://lnkd.in/eXRZFNfw . https://heureka.health